Ein knappes Drittel der Berner Kantonsfläche ist bewaldet und jedes Jahr produziert der Berner Wald etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Holz. Das ist etwas mehr, als wir jedes Jahr stofflich und energetisch verbrauchen. Rund 12’800 Beschäftigte in 2’320 Unternehmen der Berner Wald- und Holzwirtschaft erbringen eine Bruttowert-schöpfung von 1,2 Milliarden Franken und tragen so ihren Teil zur kantonalen Wirtschaftsleistung bei.

Zwar sind diese und zahlreiche andere Branchendaten teilweise aus unterschiedlichen Statistiken und Studien bekannt, erstmalig sind diese Daten nun von der Initiative Holz | BE im «Branchenspiegel Wald und Holzwirtschaft Kanton Bern» zusammengefasst worden. Dieser soll interessierten Personen einen Überblick über die kantonale Wald- und Holzwirtschaft verschaffen, Unternehmen und Ämtern als Entscheidungshilfe beim Fällen von strategischen Entscheiden dienen und ein Argumentarium bei Förderstellen und Kreditgebern sein. Auch die Geschäftsleitung der Initiative Holz | BE wird ihre Schlüsse daraus ziehen und ihre Aktionen und Aktivitäten daran ausrichten.

Aber auch der Laie findet interessante Informationen, etwa dass der Berner Wald (der 36’497 verschiedene Besitzerinnen und Besitzer hat) 50’000 Menschen und ihre Häuser, 125 touristische Anlagen, 126 Kilometer Bahnlinien und 2’500 Kilometer Strassen vor Lawinen, Steinschlag und Hangmuren schützt. Oder dass sich die Anzahl der Sägereien seit 1996 praktisch halbiert hat und die verbleibenden Betriebe rund 10% weniger produzieren als damals.

Bei der Materialisierung mit Holz von Tragwerk und Fassade bei Ein- und Mehrfamilien-häusern liegt der Kanton Bern über dem Schweizerischen Durchschnitt: 21,1% der Tragwerke und 37,5% der Fassaden werden in Holz gebaut. Insgesamt werden jährlich 183’000 Kubikmeter Holz verbaut, zudem werden weitere 192’000 Kubikmeter Holz stofflich genutzt, etwa als Möbel, im Innenausbau und im Aussenbereich, als Verpackungen und Holzwaren.

In den 183’000 Kubikmetern Holz, die jährlich in Gebäuden verbaut werden, sind rund 168’000 Tonnen CO2 gebunden und langfristig der Atmosphäre entzogen. Das ist ein wichtiger Beitrag zur CO2-Senke der zusätzlich multipliziert wird, wenn mit Holz statt Beton gebaut wird, welcher zu den grössten CO2-Emittenten weltweit zählt. Hier schlummert ein riesiges Potential, denn von den 1,6 Millionen Tonnen CO2, die der Berner Wald jährlich bindet, werden erst rund 11 Prozent in Bauten langfristig gespeichert.

Im Weiteren wurde die Menge Papier und Karton verbraucht, die einer Holzmenge von 260’000 Kubikmetern entspricht und der jährliche Energieholzeinsatz liegt bei 792’000 Kubikmetern fester Holzmasse. Letzteres entspricht einem Heizwert von 175 Millionen Litern Heizöl – das sind 7’000 bis 9’000 Tanklastwagenfüllungen Öl, welche durch den Einsatz des regional verfügbaren Energieträgers Holz eingespart werden können.

Insgesamt werden im Kanton Bern jährlich 1,4 Millionen Kubikmeter Holz verbraucht. Ein Blick auf das Holzflussmodell im Branchenspiegel zeigt, dass der Kanton Bern mengenmässig einen leichten Exportüberschuss (übrige Schweiz und Ausland) ausweist. Exportiert wird hauptsächlich unbearbeitetes Rohholz (Stamm- und Industrieholz), importiert vor allem deutlich höherwertigere Halbfertig- und Fertigprodukte sowie Papier und Karton, was wertmässig einen deutlichen Importüberschuss ergibt. Maximal 44% des stofflichen Bedarfes an Schnittholz und Halbfabrikaten kann im eigenen Kanton hergestellt werden. Hier fehlt es an Verarbeitungskapazitäten, was zur Folge hat, dass diese Wertschöpfung in anderen Kantonen und im Ausland erzielt wird.

Holzflussmodell Kanton Bern

Holzflussmodell Kanton Bern

Dieses Holzflussmodell stellt die Holzflüsse im Kanton Bern vereinfacht dar. Da keine Daten über kantonale Importe und Exporte (von und in die übrige Schweiz resp. Ausland) verfügbar sind, handelt es sich bei den dargestellten Mengen um die kantonale Netto-Aussenhandelsbilanzmenge der jeweiligen Produktgruppen.

Der Branchenspiegel Kanton Bern finden Sie hier gratis zum Download

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