Chancen für die Berner Wald- und Holzwirtschaft trotz des turbulenten Weltmarktes

Die Veränderungen am Holzweltmarkt sind auch im Kanton Bern spürbar. Beim regelmässigen StatusUpdate der Berner Wald- und Holzwirtschaft haben sich die Branchenverbände über die in jüngster Zeit noch nie dagewesenen Entwicklungen in der Lieferkette Holz ausgetauscht. Und sie sind sich einig: Die Chancen und Möglichkeiten überwiegen. Es gilt diese nun geschickt zu nutzen.

Durch die plötzliche international gesteigerte Holznachfrage und die damit verbundenen Preisschwankungen gab es eine begrüssenswerte, aber herausfordernde Veränderung im regionalen Marktgeschehen. Die Nachfrage nach Schweizer Holz ist kurzfristig stark gestiegen. Die Verbände sind sich einig: Diese Entwicklung ist eine grosse Chance, die bestmöglich zur nachhaltigen Stärkung der regionalen Verarbeitungsketten genutzt werden muss. Es braucht einen Ausbau der Verarbeitungskapazitäten, insbesondere in der zweiten Verarbeitungsstufe. Nur geht das nicht von heute auf morgen: um dies zu korrigieren, braucht es Investitionen. Und diese werden erst dann getätigt, wenn sich die Nachfrage nach Produkten aus Schweizer Holz auch langfristig auf einem höheren Niveau einpendelt. Unsere Wälder verfügen über ein grosses ungenutztes Holzreservoir. Die Holznutzung erfolgt schon von Gesetzes wegen nachhaltig. Und das Wundervolle an Holz ist, dass die wirtschaftliche Nutzung dem Wald wertvolle Dienste in Form von Licht und Raum für die nachwachsenden Bäume erbringt und damit die Widerstandskraft des Waldes stärkt. Kurz: Ein genutzter Wald ist ein gesunder Wald.

Die Verbände ziehen in Anbetracht der aktuellen Situation an einem Strang. So zeigt der Berner Waldbesitzerverband grosse Bereitschaft, die Sägereien nachhaltig mit Rundholz zu beliefern. Dies natürlich unter der Bedingung, dass die positive Marktentwicklung sich auch auf den Rundholzpreis auswirkt. Denn für eine gesunde Lieferkette ist es zentral, dass die Waldbesitzer einen angemessenen Preis für den Rohstoff Holz erhalten. Im Gegenzug stellt die Industrie eine entsprechende Preisanpassung für das Rundholz auf den Herbst in Aussicht. Der Einfluss der Preisgestaltung auf die Menge der Holzernte ist unbestritten. Spätestens im Herbst gehen die Holzlager der Sägereien zur Neige. Die Sägereien sind auf einen frühen Einstieg in die Holzerntesaison im September angewiesen, um ihre Produktionen weiterhin auslasten zu können.

Die Engpässe in der Materialbeschaffung der Holzbauer und der Schreinerbetriebe ist in aller Munde. Lange Lieferzeiten und starke Preiserhöhungen fordern ihren Tribut. Ursache für diese Situation ist aber nicht die Preisentwicklung beim Schweiz Holz, sondern die überbordende internationale Preisentwicklung. Dadurch ist Schweizer Holz nicht nur in punkto Qualität, sondern auch in punkto Preis plötzlich konkurrenzfähig geworden. Wer bisher auf Schweizer Holz gesetzt hat, profitiert von den bestehenden Lieferbeziehungen und ist weniger von den Preiserhöhungen und Lieferengpässen betroffen. Generell problematisch sind hingegen diejenigen Holzwerkstoff-Produkte, welche in der Schweiz nicht hergestellt werden und wo man so oder so auf den Import angewiesen ist.

Absatzprobleme gibt es hingegen nach wie vor beim anfallenden Restholz (Hackschnitzel, Sägemehl, etc.). Zwar ist die Nachfrage nach Energieholz unverändert hoch, es fehlen aber auch da die industriellen Verarbeiter der Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Papierindustrie. Die Restholzbestände sind gross und der Preis verbleibt auf tiefem Niveau.

Die Verbände gehen davon aus, dass sich mittelfristig die Situation auf dem Weltmarkt wieder normalisieren wird. Kurzfristig aber muss die Branche mit den aktuellen Umwälzungen zurechtkommen. Das ist zwar keine leichte Aufgabe, bietet aber grosse Chancen für die Zukunft. Wenn es gelingt, unsere Holzbauer und Schreiner für den Einsatz von Schweizer Holz zurückzugewinnen, kann die Abhängigkeit vom Weltmarkt verkleinert und die Branche insgesamt robuster aufgestellt werden. Dazu sind Investitionen und neue Formen der Zusammenarbeit für mehr Flexibilität in der Lieferkette gefordert. Schwankungen wird es auf dem globalen Markt immer wieder geben, das sieht man auch bei anderen Bau- und Werkstoffen. Mit einer starken regionalen Wertschöpfungskette können aber solche Schwankungen deutlich abgeflacht werden.

In den vergangenen Monaten hat in der Presse die Negativberichterstattung zur Wald- und Holzwirtschaft überwogen. Die Branchenverbände der Berner Wald- und Holzwirtschaft sind der Auffassung, dass die Chancen und Möglichkeiten trotz allem überwiegen. Die Stärkung der regionalen Wertschöpfungskette Holz sichert nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze und minimiert dank kurzen Transportwegen die Graue Energie. Eine vermehrte Nachfrage nach Schweizer Holz und die damit verbundene stärkere Holznutzung leistet zudem einen wertvollen Beitrag zur CO2-Speicherung und zur Erreichung der Klimaziele.

Die Verwendung von Schweizer Holz fördert die nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung unserer Wälder.

Darum:

1. Planen Sie mit Holz aus dem Schweizer Wald
2. Nutzen Sie Produkte aus Schweizer Holz
3. Lassen Sie in der Region produzieren

Medienmitteilung 27. Mai 2021

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